Moving back

Wo bitte ist die Zeit hin? War es vor zwei Jahren noch unvorstellbar das selbige schnell vorbei gehen sollte, sitze ich nun Wehmütig hier und schreibe diese Zeilen! Machte ich mir damals noch Gedanken über die Qualität des amerikanischen Klopapiers, bekomme ich jetzt Schnappatmung beim Gedanken in Zukunft kein Target mehr in der nähe zu haben.

Der ein oder andere hat es sicher schon mitbekommen…unser Auslandsaufenthalt neigt sich dem Ende zu. Genauer gesagt ist der Rückflug gebucht. Kein zurück mehr (oder eher bleiben?!)

Und ja, es erreichten mich schon einige Nachrichten das man das Gefühl hat das ich wohl nicht so glücklich damit sei. Well it is bittersweet! Natürlich ohne Frage, freue ich mich auf Familie, Freunde und unser eigenes Haus. Aber- und dieses Aber ist unterstrichen wäre ich schon gerne noch hier geblieben.

Mir ging es gut hier. Nicht das es mir daheim schlecht geht. Ich rede eher von meinem Seelenfrieden. Das Leben und die Leute hier haben mir sehr gut getan. Ich fühlte mich endlich mal nicht fehl am Platz und als bunter Vogel den alle anstarren. Ich wurde ruhiger und entspannter. Diese dauer Anspannung an der ich nun mal leide wurde geringer. Tatsächlich fühlte sich das Leben hier ein wenig wie Urlaub an. Gab es doch so viel zu sehen und zu entdecken. Ich glaube wir haben auch unser bestes gegeben um so viel wie möglich zu erleben.

Nun bricht halt wieder ein neues Abenteuer an. Zurück nach Deutschland. Ich glaube ich brauche erstmal ein Kultur Training. Auch wenn die Relocation von Seiten der Firma meines Mannes wieder etwas schleppend voran kommt, bin ich trotz allem noch sehr entspannt. Zumindest ist mal das Umzugsunternehmen beauftragt. Wie schon damals müssen wir tatsächlich nicht wirklich viel selber erledigen. Trotzdem muss hier und da doch was auf eigene Faust organisiert werden.

Außerdem bekommen wir noch mal Besuch von Kim und Ihrem Cedric. Das macht alles noch etwas streßfreier und wir können die letzten Tage und Wochen genießen. Es wird tatsächlich auch noch mal eine Halloween Party à la Stephans geben. Note an unsere lieben Nachbarn in Deutschland- wir freuen uns schon auf die nächste Party mit euch 😉

Jetzt Fieber ich erstmal auf unser persönliches Highlight des ganzen USA Aufenthaltes hin. Unser Roadtripp nach Florida. Stay tuned!

Werbeanzeigen

Summer Days in Michigan

So sehr ich den Winter und Herbst liebe- der Sommer in Michigan ist einer der schönsten die ich je hatte. Besonders mit Kindern lernst du jeden sonnigen Tag zu schätzen. Die Vielfalt an Möglichkeiten ist hier besonders groß. Klar getrieben von der Panik der letzen Tage, versuche ich jeden Tag etwas anderes zu sehen und zu entdecken. Das ist zwar nicht gerade erholsam aber es schafft wunderschöne Erinnerungen die ich nicht missen möchte.

Ein wenig Sorge habe ich schon, dass ich dem Irrglauben verfalle das es solche Angebote und Möglichkeiten in Deutschland nicht geben wird. Überhaupt ist meine Stimmung was den bevorstehenden Rückzug angeht eher düster…aber das ist ein anderes Thema. So stehen unsere Wochenenden im Zeichen der Family Time. Und der Sommer meint es dieses Jahr sehr gut mit uns.

In Deutschland werden alle von der anhaltenden Hitzewelle geplagt (Klimawandel? Gibt es nicht…) haben auch wir hier nette Temperaturen um die 30°C. Trotzdesen das es hier ja immer und überall sehr gut klimatisiert ist, ist der Drang sich ins kalte Nass zu stürzen trotzdem groß. Da die Zeiten des faulen in der Sonne brutzeln definitive vorbei sind, muss also eine alternative für alle Familien Mitglieder gefunden werden. Meine Lieblings Entdeckungen für heiße Tage- das Splash Pad. Kleine Wasserparks, die man quasi an jeder Ecke findet. Ob in der Mall, im Park oder im Zoo- sie sind wirklich überall zu finden. Es gibt sogar einen eigenen Guide dafür, sehr praktisch.

Wir sind umgeben von einer Menge an Parks und Seen. Nach den Splash Pads ist dies eine tolle Alternative den Tag an der frischen Luft zu verbringen. Einer der vielen umliegenden Parks hat sicher einen Spielplatz oder Wasser Zugang. Erstmal ein Kaffee für die Mutti und dann ab in den Park. Mein persönlicher Favorit ist der Municipal Park in Rochester Hills.

Überhaupt ist das Angebot an Kinderbespaßung sehr vielfältig. Dafür bin ich echt dankbar. Den mit einem Bewegungsdrang gesteuertem Toddler ist es zwingend notwendig selbigen auch bei Laune und eben in Bewegung zu halten. Ich glaube ich erwähnte schon das ein oder andere mal das die Amerikaner ein sehr Kinderfreundlich sind. Das spiegelt sich auch in den Spielplätzen wieder. Mit sehr viel liebe zum Detail warten diese nur darauf von kleinen Monstern bestiegen und benutzt zu werden. Einziger Manko. Quasi alles ist aus Plastik. Im Sommer nicht so toll, wenn sich dann alles von der Sonne aufheizt und du als Anfänger Mama dein Kind auf die Rutsche setzt…dich dann wunderst warum dein sonst so rutschfreudiges Kind eben nicht rutschen will. Autsch!

Dieses Wochenende verbrachten wir den Tag mal auf statt im Wasser. Das hatten wir schon lange auf unserer Liste. Eine Kollegin von Flo hatte uns auf Ihr Boot eingeladen, irgendwie kam aber immer was dazwischen. So schipperten wir letzten Samstag auf dem Lake St. Clair, umgeben vom illustren Partyvolk in jeder Altersgruppe. Hier fand das alljährliche Raft Off statt. Eine Gunniess World Record Veranstaltung an dem tausende von Booten jährlich teilnehmen. Boote soweit das Auge reicht. Highlight des ganzen Specktakels- Eine Meterlange Kette aus aneinander getauten Booten in zwei Reihen. Das Wasser war hier sehr flach, so dass man sehr gut stehen konnte. So hatten es die Party People in der Mitte des ganzen Spektakels leichter. Ein Anblick sage ich euch. Nix für Menschen mit Platzangst oder Kindern…Wir blieben etwas abseits und konnten so jeder Zeit wieder verschwinden. Emma hatte einen Riesen Spaß sag ich euch. Total furchtlos. Runter vom Boot, rauf aufs Boot. Wasser ohne Ende. Sie war im Paradies. Fun Fact. Hier gab es tatsächlich einen Pizza Lieferservice, der die hungrige Meute versorgte. So auch noch nie gesehen.

Ansonsten versuchen wir wirklich jede Local Veranstaltung mitzunehmen. So gab es die Woche eine Poolparty unserer Community. Mit Essen, Livemusik, Verlosung und viel Spass für die Kids. Schon spannend zu sehen wer hier alles wohnt. Stellte sich aber erstaunlicherweise raus, dass es überwiegend Expat Familien sind die hier Ihre Wohnungen haben und eher selten „einheimische“.

Mein persönliches Highlight der letzen Woche war die Armada Fair. Armada-Ein kleiner Ort mitten im Ländlichen Norden Detroit. Genauso wie man sich das Vorstellt. Kleine niedliche Holzhäuser mit Veranda und Schauckelstühlen vor der Tür. Oder aber die Riesen Grundstücke, wo du nur mit Aufsitzrasenmäher Herr über das Gras wirst. Herrlich. So habe ich mir das Leben hier vorgestellt. Soviel Platz und Ruhe.

Eine Fair ist hier eine Art Rummel oder Kirmes. Nur eben sehr amerikanisch. So mit bunten, blinkenden Fressbuden, Fahrgeschäften, Goldfish Ständen, Streichelzoo und das beste- Stockcar Rennen. Ich war verliebt! Passend habe ich mich in meine Jeansshorts und Cowboy Stiefel geschmissen (bei 36°C nicht die beste Entscheidung aber hey, Stil ist alles…). Emma war natürlich noch zu klein um irgendetwas fahren zu können aber sie war sichtlich von dem ganzen Trubel um sie herum begeistert, was wir durch ihre vielen woooooows wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Ja der Sommer in Michigan ist schon schön, verfliegt aber leider auch so schnell wie er kommt. Ich spüre es schon…Winter is coming.

Viva la Mexiko- Part I Tulum

Mexico- wer denkt da nicht gleich an Tacos, Nachos und Tequila? Doch die häufigste Assoziation zu Mexiko ist sicher die Kriminalität und Drogen Problematik. Was aber viele nicht wissen- dieses Land hat so viel mehr zu bieten als die zuletzt genannten Dinge. Für viele Amerikaner, aufgrund der Nähe- ein beliebtes Reiseziel.

Dieses Land was meiner Meinung nach für Kultur, leckerem essen und tollen Stränden steht- ja dieses Land hatte es mir angetan. Quasi die perfekte Mischung für unseren Urlaub. So machten wir uns also auf den Weg!

Doch vorher ließ ich mich schön von diversen Reise Blogs und Instagram inspirieren. Klar war, dass für unseren Mexiko Urlaub weder Cancun noch Playa del Carmen in Frage kommt. Einfach nicht unser Ding dieser Massen Tourismus und Hotelbunker. Die Wahl fiel auf das als „Geheimtipp“ gehypte Tulum. Angepriesen als das neue Hipster Paradies. Weiße Sandstrände, kristallklares Wasser, Palmen mit Kokosnüssen behangen- karibisches Flair eben. Genau das wonach mein erschöpftes Mutterherz sich sehnte. Ca. 1 1/2 Stunden südlich von Cancun entfernt, liegt das ehemalige Fischerdorf an der Riviera Maja. Weit ab vom Mexikanischem Ballermann.

Im gleichen Zuge lass ich viel über Ökotourismus, Nachhaltigkeit und wie gut man in Tulum essen kann. Nun, ersteres hatte ich vorher noch nie gehört. Definition aus dem Internet (warte mal…ist das jetzt auch Werbung?!):

Eine strengere Definition von Ökotourismus nach The International Ecotourism Society (TIES): Ökotourismus ist eine verantwortungsvolle Form des Reisens in naturnahe Gebiete, die die Umwelt schützt und zum Wohlergehen der ansässigen Bevölkerung beiträgt. (“Responsible travel to natural areas that conserves the environment and improves the well-being of local people.”)

Unsere Wahrnehmung vor Ort, war jedoch eine ganz andere. Aber fangen wir mal von vorne an!

Bei meiner Suche nach einer Unterkunft stellte ich schnell fest, dass Tulum nicht gleich Tulum ist. Man unterscheidet hier zwischen Tulum Beach und der Stadt Tulum. Die Hotels am Strand, super stylisch-waren jedoch recht teuer…was mich total abschreckte. Klar wollte ich entspannen, aber nicht zu diesem Preis! Die sogenannten Ökohotels, wo Nachts der Strom abgeschaltet wird oder man sich auch mal ein Bad teilt- waren da preislich keine Ausnahme. Da wir aber mit Kids reisen, wollten wir doch einen gewissen Komfort. So fanden wir also eher durch Zufall eine Airbnb Unterkunft zum Spottpreis! Allerdings in Tulum.

Kennt ihr das? Ihr seht ein Inserat und denkt- näääh dat is doch sicher Fake!! Neues Luxus Appartement mitten im Dschungel für 35€ die Nacht?! Genau, lebend kommen wir sicher nicht aus dieser Sache…

Fakt war- das Haus stand mitten im nirgendwo, genauer gesagt im Dschungel. Nicht mal eine Straße, geschweige den Straßennamen gab es. Um uns herum wurde gebaut wie blöde. War aber von der Lärmkulisse für uns vollkommen ok da wir eh immer unterwegs waren und ausschlafen mit den Kids?! Haha, sicher…. Die Bilder auf Airbnb entsprachen also der Realität. Nur die „Luxus“ Qualität würde ich doch eher mexikanischen Standards zuordnen, was aber total ok war. Hallooo 35€ die Nacht…

Tja und wie es in Tulum so üblich ist, fahren alle nur mit dem Beachbike von A nach B. Bei dem Verkehr auch besser so. Doch mit zwei Kids nicht möglich. Also entschieden wir uns für einen Mietwagen, da wir eh viel erkunden wollten. Diesen hatten wir im Vorfeld über ein deutsches Portal gemietet, da nur diese eine wirklich gute Absicherung im Schadensfall bieten. Alleine für dieses Thema könnte ich einen ganzen Beitrag füllen sage ich euch! Aber belassen wir es dabei, dass wir überall heile angekommen und zurück gekommen sind …

Tulum Ansicht hat mich sehr enttäuscht. Man sah einfach das dieses Dörfchen einzig und allein nur für die Touristen gebaut wurden. Ein Souvenir Shop nach dem anderen. Bars und viele Restaurants. Nicht wirklich authentisch. Und das Tulum von dem alle schwärmten? Tja das war am Strand zu finden.

Auf einer schmalen Straße reihten sich auf der Wasser Seite verschiedene Arten von Hotels, auf der anderen Bars, Restaurants und kleine Boutique. Hier aßen wir das erstemal seit wir in den USA leben die beste Pizza außerhalb Europas. Unsere Tage am Strand verbrachten wir in den Beach Clubs der Hotels. Eine super Sache wie ich finde! So kannst du den ganzen Tag gemütlich am Strand liegen, mit allen Annehmlichkeiten eines Hotelgast ohne extra Kosten.

Natürlich wollte ich auch so ein fancy Beach Schaukel Bild. Dafür ist das Coco Tulum in der InstaWelt ja sehr bekannt. Leider hatte mein Kind kein Bock drauf…Yeah Momlife!

Doch unsere schönsten Stunden am Wasser verbrachten wir im LaZebra Hotel. Super bequeme Strandbetten, leckere Cocktails, gutes Essen und das wichtigste- sehr Kinderfreundlich! Für Familien wirklich der perfekte Ort um einfach den Tag gemütlich am Strand zu verbringen.

Die Stadt an sich hat uns leider nicht wirklich umgehauen. Deswegen haben wir hier auch nur zwei Abende verbracht. Aber auch hier haben wir sehr gut und verhältnismäßig günstig gegessen. Hier lohnt es sich auch mal etwas weiter ab der Partymeile zu schauen. Auch wenn die Straßen nicht so einladend aussehen, verstecken sich hier und da echte Restaurant Perlen. Unser Tipp das Argentinische Steakhaus LaParrillada. Für uns gab es eine gemischte Platte mit Beilagen für umgerechnet 40€.

Mein Fazit von dem nicht mehr ganz so geheimen Tipp Tulum? Ich denke hätten wir eine Unterkunft direkt am Meer, also Tulum Beach wäre es ein wirklich toller Ort zum entspannen und verweilen. Die kleinen Bars und Restaurants sind wirklich mit viel liebe zum Detail gestaltet und die kleinen Boutiquen wunderschön. Die Strände sind (eigentlich) wirklich traumhaft. Tja den ein Haken hatte die Sache leider. Seegras ohne Ende. Berge davon. Es stank teilweise erbärmlich. Die Strände der Hotels waren aber meist so gut es eben ging davon befreit. Doch das Meer spülte erbarmungslos immer mehr an. So musste man ein paar Meter ins Wasser laufen um im klaren Wasser zu baden. Das war wirklich schade. Meine Vermutung? Zu viele Menschen im Paradies, die Umwelt rächt sich.

Ein ausführlicheren Bericht zu der ganzen Reise folgt in einem separaten Blog.

Ängste

Was meine größte Angst war, ist? Eine schlechte Mutter zu sein. Diese Angst begleitet mich schon sehr lange- quasi noch bevor ich wusste das ich Mutter werde. So war ich mir sicher, dass „schlechtes“ Mutter sein durch die Gene vererbt wird. Mir ist sehr wohl bewusst, dass dies ein absolut irrationaler Gedanke ist. Aber Angst ist ja auch oft unergründlich. Doch in meinem Fall hat diese Angst eine tiefe Basis und lässt sich nicht so einfach abschütteln. Leider.

Vor Emma haben viele von mir gedacht das ich keine Kinder will, dass ich selbige sogar hassen würde. Ja ich habe oft gesagt das ich nicht Mutter sein will. Ab und zu ist sicher auch der Satz gefallen das ich Kinder nicht mag. Wer mich und meine Vergangenheit gut kennt, weiß das dies eine große Schutzbehauptung war. Als man mir mit 22 sagte das ich wohl nie Kinder bekommen werde, war ich auf eine gewisse Art erleichtert. So muss ich vielleicht nie herausfinden ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Kann ich dem Kind das ersparen was mir passierte? Umso älter ich wurde, stimmte es mich doch sehr traurig das ich vielleicht für immer ohne eigene Kinder bleiben werde und siehe da- irgendwann war der Wunsch größer als die Angst. Nach außen gab ich mich weiterhin cool.

Panisch wurde ich dann aber als ich nach Jahren herausfand das ich nun doch schwanger war! Flo und ich lagen uns abwechseln weinend und lachend in den Armen. Ich wusste wie sehr er sich eigene Kinder wünschte, obwohl er von Anfang an wusste, dass dies nicht möglich ist blieb er! Ab hier begann meine bis jetzt größte emotionale Achterbahnfahrt und ich fahre immer noch. Den das Mutter sein fühlt sich tagtäglich genau so an.

Ich denke Ängste in der Schwangerschaft kennt jede Frau. Die Angst beginnt schon sobald sich die Streifen auf dem Test verfärben und ein Jahr später kann ich sagen, sie werden nie weniger 😉

Doch in der Schwangerschaft mit Emma verdrückte ich so viele Tränen, einfach aus Angst Mutter zu werden. Was ist wenn ich wie meine Mutter werde? Was ist wenn ich mein Kind nicht liebe? Was wäre wenn… Als Emma dann in meinen Armen lag, konnte ich zumindest ausschließen das ich sie nicht liebe. Trotzdem will mein Hirn nicht begreifen das ich nicht meine Mutter bin, dass ich selber entscheiden kann was für eine Mutter ich sein will und das es eben nicht zwingend erblich ist „schlecht“ zu sein.

Als die Bohne noch in meinem Bauch rumschwamm, wurden die Ängste wieder stärker! Kann ich beide Kinder gleich lieben? Werde ich Ihnen und Ihren Bedürfnissen gerecht? Werde ich wie meine Mutter ein Kind mehr lieben wie das andere? Das andere als Belastung sehen? Werde ich es bereuen Mutter zu sein?

Natürlich habe ich darüber schon gelesen und mich mit anderen ausgetauscht. Die Antwort ist eigentlich immer die gleiche. Natürlich liebt man beide gleich- die Liebe verdoppelt sich …

Ok aber wer bringt das bitte meinem Hirn bei? Ich sehe Emma schon in Therapie hocken und mir die Schuld geben das die einzig funktionierende Beziehung in ihrem Leben, die zu ihren 23 Katzen ist!

Und nun? Alleine in einem fremden Land, ohne Freunde und Familie- mit dieser Schwangerschaft die ich einfach nie genießen konnte? Erst diese furchtbare Übelkeit-welche mich oft an die Grenzen brachte. Dann diese unendliche Erschöpftheit. Und diese Wehwehchen überall. Nervig! Das alles gab mir das Gefühl, dass ich mich nicht gut genug um mein Kind kümmern kann! Oft verbrachte ich Stunden auf dem Sofa und Emma war tapfer damit beschäftigt Ihre Umgebung zu erkunden. Wenn ich die letzten Monate nicht die Unterstützung von Kim gehabt hätte, keine Ahnung was dann gewesen wäre.

Wenn ich nicht meinen wunderbar rational denkenden Ehemann an meiner Seite hätte, wäre ich schon oft Amok gelaufen. Natürlich kann auch er mich in ganz schlimmen Phasen nicht vor meinen Gedanken und Ängsten schützen. Aber er unterstützt mich und versucht mir aufzuzeigen das es Emma gut geht. Er kann mittlerweile die Zeichen recht gut erkennen.

Zu sehen wie glücklich mein Kind ist, wie gut es ihr geht, obwohl ich ihre Mutter bin…Ja diese Momente treiben mir oft die Tränen in die Augen. Auch jetzt in diesem Moment. Oft frage ich mich- wie haben wir, wie habe ich es nur gemacht…so ein glückliches Kind zu erschaffen?

Dann kam die Bohne. Mein kleines Böhnchen eroberte das Herz ihrer Mutter im Sturm. Und ja es stimmt, dass man für beide Kinder gleich viel Liebe empfindet und doch unterschiedlich. Nicht immer gleich viel zur selben Zeit. Es gibt Momente da quillt mein Herz vor Liebe für Emma über und dann wiederum, wenn sie einen ihrer Zornesanfälle hat…dann möchte ich sie einfach vor Ort und Stelle liegen lassen.

MJ verzog die ersten Wochen keine Miene. Sie hatte dieses resting bitch face, you know? Als sie mich das erstemal gezielt an strahlte schmelzte ich nur so dahin.

Oft sitze ich hier, weinend, grübelnd und frage mich- Schaffe ich das? Werde ich beiden Kindern gerecht. Immer wieder gibt es Momente an denen beide schreien, ich einen von Beiden schreien lassen muss. Ehrlich gesagt dachte ich, dass es wohl immer Emma sein wird die auf der Strecke bleibt. Doch es stellte sich sehr schnell heraus, das Emma sich Ihre Momente schon erkämpfte. Besonders beim Papa. Ja es gab oft ärger deswegen. Ist aber auch irgendwie verständlich. Emma ist nun in einem Alter in dem er viel mehr mit ihr machen kann. Und Bohne, nun ja. Sie hängt halt an ihrer Mama und protestiert sehr schnell wenn sie nicht bei selbiger ist. Ausserdem kommt dazu, dass es bei Emma eben ganz anders war. Da war es Flo der sie oft beruhigen konnte. Vielleicht lag es auch daran das Emma ein Flaschenkind war und die Bindung bei einem Stillkind stärker ist. Who knows?

So hat es sich die letzen Wochen eingespielt, dass Emma ein Papa Kind ist und die Bohne eben ein Mutti Kind. Trotzdem versuche ich mir Momente mit jedem einzelnen Kind zu schaffen, die nur uns gehören. So freue ich mich jeden Abend auf MJ´s und mein persönliches zu Bett geh Ritual. Und der Morgen gehört Emma.

Ja es ist nicht immer leicht mit two under two. Oft bin ich am Ende des Tages so erledigt als ob ich einen Halbmarathon hinter mir hätte und doch habe ich nix geschafft! Ich schaue mich um und die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld. Ich weiß, ich weiß…es sind meine eigenen Ansprüche und mein Mann hat sich auch noch nie beschwert wenn mal kein Essen auf dem Tisch war oder die Wäsche immer noch vor Ort und Stelle-nämlich als Berg hinter einer verschlossenen Türe.

Letztendlich weiß ich sehr wohl das meine Ängste eine schlechte Mama zu sein sicher umsonst sind. Da ich aber weiß das ich diese Urangste nicht loswerde- versuche ich sie einfach zu nutzen, als Ansporn zu sehen. Meine Handlungen zu überdenken. Das Lächeln meiner Kinder als Lohn für meinen ständigen inneren Kampf.

Road Trip to Ohio

So- 6 Wochen Zwangspause bzw. Mutterschaftsurlaub sind rum…Urlaub? Ja das Leben mit nun zwei Kindern fordert alle Kraft und oft wundere ich mich wo mein Körper die letzten Energie Reserven herholt- geschweige den sie wieder auffüllt?!

Die letzen Wochen vergingen wirklich wie im Flug. Ich kann überhaupt nicht fassen das die Bohne nun schon 7 Wochen alt ist! In ihren doch noch jungen Tagen war sie schon zweimal auf reisen. Wie bitte?! werden einige jetzt sagen, genießt doch die Zeit daheim …das arme Kind! Sorry, not sorry Kleine Bohne, deine Eltern sind leider sehr reiselustig und erkunden gerne die Welt! Die netteste Umschreibung für unsere Reiselust ist dann die Aussage: Woah ihr seit aber brave oder you got Balls.

Hand aufs Herz- natürlich ist das reisen mit zwei Kindern nicht easy peasy und stressfrei. Man kackt sich hier und da auch mal an oder die ein oder andere Träne fließt (nicht nur bei den Kids…) Wir würden unseren Mädels auch nie etwas zumuten wo wir nicht 100% von überzeugt wären das es ok für sie wäre. Doch auch wenn solche Ausflüge nicht stressfrei bleiben, etwas bleibt- die unbezahlbaren Erinnerungen, gerade wenn etwa gründlich in die Hose ging…Das schönste für mich ist und bleibt das Leuchten in Emma ihren Augen!

So war die kleine Bohne schon in Chicago (deutschen Reisepass beantragen) und auf ihrem ersten Roadtrip. Letzteres passierte an unserem verlängertem Memorial Weekend. Andere nutzen es zum shoppen, (den nach Black Friday bekommt man hier die größten Rabatte) wir zum Reisen.

Diesmal ging es in den Nachbar Bundesstaat Ohio. Erster Stop- Cleveland Children Museum. Ich bin wirklich ein riesen großer Fan von diesen „hands on“ Musen wo sogar ganz kleine Kinder wie Emma auf ihre Kosten kommen. Von Cleveland an sich haben wir nicht wirklich viel gesehen. Aber das was ich gesehen habe, erinnerte mich stark an Detroit. Irgendwie ganz schön ausgestorben. Kann aber auch daran liegen das an diesem Tag Play Offs waren und Cleveland spielte.

Unsere Nächte verbrachten wir in einem wunderschönen Bed & Breakfast in Elmore, einer kleiner Ort BFE wie der Ami sagen würde… butt fuck egypt. Oder wie wir deutschen- Am Arsch der Welt! Unsere Unterkunft haben wir diesmal über AirBnB gebucht und waren super zufrieden. Superschön eingerichtet, so wie man sich ein B&B eben vorstellt. Lustigerweise kamen unsere Gastgeber aus unserem Nachbarort hier in Detroit. Aber die Arbeit hat die beiden nun nach Ohio verschlagen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf in den nahe gelegenen Safari Park in Port Clinton. Für die Mädels und mich die erste Erfahrung dieser Art mit so einem drive thru. Flo hatte sowas schon mal in Südafrika gemacht. Kann man natürlich überhaupt nicht vergleichen. Aber wir hatten unseren Spaß! So fuhren wir also durch das Tiergehege, bewaffnet mit 2 Säcken Möhren und einem riesigen Becher Trockenfutter dachten wir, wir könnten den ganzen Park füttern. Tja bis wir auf zwei gefräßige Wasserbüffel trafen. Flo kam überhaupt nicht hinterher mit dem füttern, so das diese pussierlichen Tierchen mit dem Kopf im Auto selber auf die Suche nach Futter gingen. Ich beobachtete das Spektakel von der Rückbank. Ich hatte die beste Ausrede nicht vorne zu sitzen. Ich musste stillen! Wieder ein hacken an meiner Stillen-an-ungewöhnlichen-Orten Bucketlist. Check. Anschließend ging es hier noch durch den mini Zoo, wo wir einen Albino Alligator und eine Riesen Schlange sahen. Im begehbaren Vogelgehege durften wir dann 100 von kleinen Wellensittichen füttern. Für Emma sicher das Highlight. Da es an diesem Tag sau heiß war, verbrachten wir den restlichen Tag auf einem Splash Pad oder aber auch Wasserspielplatz genannt, welche du hier fast an jeder Ecke findest.

Bevor es dann am Montag Abend wieder zurück gehen sollte, verbrachten wir den Tag noch im Zoo von Toledo. Im Vorfeld hatten wir von vielen Leuten den Tip bekommen uns diesen Zoo anschzuschauen. Und sie hatten recht, ein wirklich schöner Ort zum verweilen. Eigentlich eine tolle Idee. Nur nicht bei 37Grad…wir sind fast gestorben und haben uns von Schatten zu Schatten gekämpft. Irgendwann haben wir aufgegeben und beschlossen die restliche Zeit auf dem ansässigen Wasserspielplatz des Zoos zu verbringen. Ich sag euch, diese Dinger sind wirkliche Lebensretter bei der Hitze hier!

Und so ging unser erster Road Trip mit den Kiddos auch schon zu ende! Ja es war anstregend und wir müssen uns noch alle aufeinander einspielen- aber es hat sich wirklich gelohnt und wir planen tatsächlich schon den nächsten!

Cheesburger nach der Geburt

Dieses Bild von einer Mutter die offensichtlich in den Wehen lag ließ mich stutzen. Irgendwas stimmte hier nicht. Außer dem offensichtlichen- diese Frau hat Schmerzen! Als ich die Überschrift las, wusste ich was an dem Bild nicht stimmte. Die Frau saß in einem Stuhl, in einem Wartezimmer. Als ich den Artikel las, ließ mich das ganze etwas fassungslos zurück. Ich habe ja schon von dem Hebammen sterben und Mitarbeiter Mangel in Krankenhäusern gehört. Ist es wirklich so schlimm um unser Gesundheitssystem und unsere Betreuung in den Kreißsälen bestellt? Laut diesem Artikel schon!

Durch Zufall kam ich mit einer Bekannten ins Gespräch, welche ebenfalls jeden Tag Ihr zweites Kind zur Welt bringen wird und eben ähnliche Erfahrung gemacht hat. Ein Krankenhaus, 3 Kreißsäle und nur eine Ärztin sowie Hebamme im Dienst? Das kann doch nicht funktionieren?! Was passiert wenn es ein sehr kalter Winter war und plötzlich 5 Frauen im Oktober in den Wehen liegen?

Still dankte ich nochmal dem Zufall, dass ich mein Kind in den USA zur Welt bringen durfte, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Kreißsälen- und wenn nix dazwischen kommt wird auch Bohne hier das Licht der Welt erblicken.

So kam mir die Idee zu diesem Beitrag. Die grundlegenden Unterschiede in der Medizinischen Versorgung beider Länder. Möglich das ich mal wieder nur die negativen Erfahrungen aufgepickt habe. Sei es drum- gerade diese Geschichten und Dramen sind es was die Menschheit hören wollen. Das alles immer super duper toll ist? Schnarch…so langweilig!

Tatsächlich macht mich das ganze Thema auch ein wenig wütend.

Nach 40 Wochen warten (oder sogar vielleicht 41…) geht es endlich los. Monate lang hast du auf diesen einen Moment gewartet. Du bist aufgeregt, vielleicht ein wenig panisch, weil du nicht weisst was auf dich zukommt. Aber du freust dich auch unbändig das es nun losgeht und du dein Kind bald in Armen halten kannst- Gute Nachricht, du wirst bald ein wiedersehen mit deinen Füßen feiern können. Und dann das: Sorry aber heute haben wir leider keinen Kreißsaal oder Arzt für dich! Komm doch Morgen wieder wenn wir besser besetzt sind…What the…?

Ist es nicht eher so, dass wenn du im Wehenwahn ins Krankenhaus kommst, du darauf hoffst, dass dir nun endlich jemand ein paar Entscheidungen abnimmt und dir die helfende Hand reicht? Ich meine der harte Part der Arbeit liegt schon an dir. Aber alles andere um dich herum sollte nicht dein Problem oder Sorge sein. Du hast nur diesen einen Job- dieses Ding von der Größe einer Melone aus einem viel zu kleinen Loch aus dir herauszupressen! Do it!

Ich mag mir überhaupt nicht vorstellen wie es ist, in diesem hilflosen, verletzlichen Moment auch noch Sorge tragen zu müssen wie meine Versorgung aussieht! Ich meine, dass letzte worüber ich mir während der Wehen Gedanken machen möchte ist, ob ich mein Kind im Wartezimmer eines Krankenhauses bekommen muss. Natürlich mögen einige jetzt sagen das ist alles nur Einstellungssache. Gibt ja auch Frauen die Ihr Kind daheim bekommen, oder im Auto, oder im Aufzug. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, das letzteres eher unfreiwillig geschieht. By the way einer der Gründe warum ich ab dem 8. Monat keine Aufzüge mehr benutzt habe.

Jedenfalls empfand ich den Akt des Kinder kriegen an sich, hier in den USA als ziemlich angenehm, ich würde sogar das Wort Luxus in den Mund nehmen. Kann ja schlecht beurteilen wie es in Deutschland wäre. Habe in diesem Fall nur die Erzählungen von anderen. Aber wenn ich für mich so den Vergleich ziehe, bin ich froh das es für mich so gekommen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du trotz dem Delirium von Schmerzen sehr wohl wahrnimmt wie es um deine Umwelt bestellt ist. Und ich glaube sehr wohl daran, dass wenn das Ambiente stimmt, du auch selbstsicherer durch den ganzen Wehenwahn kommst.

Im allgemein empfinde ich die Gesundheitliche Versorgung hier in den USA viel angenehmer als in unserer Heimat. Leider kam ich in den letzten Jahren das ein oder andere mal in den Genuß, unfreiwilliger Gast in einem unserer deutschen Krankenhäusern zu sein. Auch zweimal in der Schwangerschaft mit Emma. Überhaupt, wart ihr schon mal in der Notaufnahme in einem deutschen Krankenhaus? Hölle, wenn du nicht gerade verblutest oder vor Schmerzen stirbst, stirbst du weil du so lange gewartet hast! Und wenn du Pech hast, musst du stationär aufgenommen werden. Da beginnt der ganze Spaß erst! Ich sollte doch tatsächlich mal sage und schreibe 12 Stunden auf ein freies Bett warten?! Und zwar auf dem Flur, da ja schließlich alle Zimmer in der Notaufnahme gebraucht werden. Ich entschied mich dafür, daheim leise zu sterben…Überhaupt wirkten die meisten Schwestern oder Ärzte sehr gestresst und meist ziemlich unfreundlich. Kein wunder wenn du so unterbesetzt bist, dass du für 12 arbeitest. Gerne hätte ich dazu ein paar Meinungen und Gedanken, vielleicht…am liebsten von Menschen, die noch leben…oder eben in dieser Branche arbeiten. Wie empfindet ihr das?

Hand aufs Herz- es ist schon ein grundlegender Unterschied in beiden Gesundheitssystemen. In Deutschland werden die Kosten die für deine Versorgung aufkommen meist von einer Krankenkasse übernommen, in die du mit einem Anteil von deinem Gehalt einzahlst. In manchen Fällen hast du noch eine Zusatzversicherung oder bist Privat versichert. Letzteres lässt meist eine viel bessere Behandlung zu und die Terminvergabe bei Spezialisten ist dann meist noch in hilfreicher Zeit. „Oh sie haben einen Bandscheibenvorfall? Ich hätte nächstes Jahr April noch einen Termin frei…“

Hier in den USA bist du Kunde und kein Patient. Nun gut, du bist natürlich Patient aber du bringst dem Krankenhaus, dem Arzt das Geld. Und das spürst du! Ich habe noch nie eine unfreundlich oder gestresste Schwester oder Arzt gesehen. Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Es ist gleich ein ganz anderes Gefühl, wenn du dich einfach „willkommen“ fühlst. Da kann man schon mal vergessen das man sich in einem Krankenhaus befindet! Für jemanden wie mich, der schon beim Geruch von Desinfektionsmittel in Ohnmacht fällt, eine sehr angenehme Sache. Überhaupt musste ich noch nie lange in einem Wartezimmer verbringen. Auch im Krankenhaus kommst du in der Regel sofort dran. So hat dein Hirn überhaupt keine Chance in Gedanken von Panik zu versinken.

Natürlich sind wir als Expats sicherlich besser versorgt über unsere Krankenkasse wie manch anderer Amerikaner. Das ist mir sehr wohl bewusst. Ja eine gute Versicherung in den USA kann teuer sein. Doch ich sehe das ganze nun mal von unserem Ausgangspunkt und wie der direkte Vergleich zu unserer Deutschen Versorgung wäre ohne das wir mehr oder weniger zahlen.

Aber kommen wir wieder zu dem Roten Faden dieses Beitrages zurück- die wesentlichen Unterschiede beim Kinder bekommen und der Versorgung danach im Krankenhaus. Es ist nicht nur der offensichtliche Vorteil der doppelten Staatsbürgerschaft der mich mit dem Wunsch zurück lässt alle weiteren Kinder in den USA zu bekommen, nein. Es war für mich, für uns einfach eine super positive Erfahrung und ich möchte es einfach nicht anders kennenlernen. So fasse ich einfach mal zusammen wo wohl die größten Unterschiede in der Betreuung liegen zu dem was mir berichtet wurde und was ich hier erlebt habe!

Während der ganzen Geburt hatte ich eine Schwester nur für mich alleine, sowie meine Ärztin die ich schon aus der Frauenarzt Praxis kannte. So konnte Flo ab und zu mal einen kleinen Abstecher zu Starbucks machen (jap, hier im Krankenhaus Standard) ohne das ich jemals alleine war. Hier suchst du dir nicht dein Krankenhaus aus, sondern dein Arzt sagt dir, mit welchem Krankenhaus sie zusammenarbeiten. Das hat natürlich den Vorteil, dass du deinen Arzt schon kennst und dich nicht auf eine komplett neue Person einstellen musst.  Auch was die Medikamentöse Begleitung während der Geburt anging, waren sie viel entspannter. Ich habe schon öfter mitbekommen, dass Frauen während der Geburt keine Schmerzmittel bekommen haben oder es für die PDA „zu spät“ war. Ja auch ich bin mit diesen Gedanken in die Geburt und war überrascht als man mir sagte das es überhaupt kein Problem sei das eine oder andere zu machen um den Schmerz zu lindern! Egal zu welcher Zeit.

Der Gedanke nach der Geburt mit einer anderen (fremden) Person das Zimmer zu teilen? Reicht es nicht schon das mein Mann und wer weiß noch alles in diesem Krankenhaus mitbekommen hat, wie ich während der Geburt alle Körperflüssigkeiten von mir gegeben habe? Einzelzimmer sind in Deutschland quasi Luxus, Familienzimmer kosten und sind irgendwie Glückssache. Hier-Standard. Papi mit im Zimmer? Aber sicher doch! Schon beim Kreißsaal dachte ich mir, sind wir in einem Hotel?! Da haben wir den riesen Flachbild TV an der Wand. Falls dir während der Wehen etwas langweilig wird und es zufällig Freitag ist und du die neue Folge Live PD nicht verpassen willst. Toll ist auch die Massage Dusche im Bad, welche ich erst wahrgenommen habe als alles vorbei war. Den eine Badewanne sucht man hier vergebens. Du gehörst zu den Frauen die sich die Seele aus dem Leib schreien bei der Geburt? Dann kommt dir die iPod Dockingstation sicher entgegen. Übrigens hörst du in den Räumen nichts von draußen! Was ja eigentlich bei der Amerikanischen Bauweise ein echtes Wunder ist. Einzig das kleine Bettchen und Wärmelampe lassen dich in Erinnerung rufen, dass dies kein Wochenendausflug ist und du hier einen Job zu erledigen hast!

Unser Zimmer auf Station war nochmal um einiges größer und zusätzlich mit einem Schaukelstuhl (auf dem du natürlich bei Rissen 3. Grades wunderbar sitzen kannst…nicht) und ein Schlafsofa für Papi ausgestattet. Außerdem Standard in Amerikanischen Krankenhaus Zimmern- Ein Infoboard, welche Schwester/Hebamme für dich heute zuständig ist und unter welcher Nummer du sie immer erreichen kannst. Den du hast eine eigene Schwester die nur für dich und dein kleines Wunder zuständig ist, sowie eine andere Schwester die dafür Sorge trägt, dass du alles hast was du brauchst (Windeln und Einlagen für dich die so groß wie Surfbretter sind) und auch mit den richtigen Medikamenten versorgt wirst, wenn du es brauchst. Natürlich hast du nach dem ganzen Spaß eh nur Augen für dein kleines Wunder, trotzdem habe ich die Größe sowie Ausstattung unser Zimmer sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Ich bin wirklich nicht prüde oder verklemmt aber ich war einfach nur froh darüber das wir die 48 Stunden nach der Geburt nur für uns hatten. Ok, bis auf die ständigen Unterbrechungen in Form von Ärzten und Schwestern. Keine Ahnung wie das bei euch war, aber ich war quasi die meiste Zeit oben ohne- weil gehört sich so für eine „gute“ Mutti…also das mit dem stillen 😉 Außerdem lief ich die ganze Zeit in diesem sexy Krankenhaus Hemd durch die Gegend. Und überhaupt. Das Badezimmer mit einer Fremden teilen? Kennt Ihr den Film Carrie? Jap genau so!!!

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema. Krankenhaus essen. Whaaaaat höre ich nun einige sagen. Wie kannst du nachdem Wunder der Geburt nur ans essen denken? Keine Ahnung was der ein oder andere da gemacht hat, aber für mich fühlte sich das ganze nach harter Arbeit an. Als man mir dann die Speisekarte (ja genau, eine Speisekarte!) hinlegte und mir sagte ich könnte alles bestellen was ich will und soviel wie ich will, wusste ich, ich bin im Paradies! Ein Cheeseburger mit extra Bacon nach der Geburt? Das beste was ich je gegessen habe. Und auch die Tage danach ließ sich das Essen sehen. Du nimmst die Karte in die Hand, das Telefon und bestellst einfach alles was du willst. Pancakes zum Frühstück oder lieber ein Omelette? Kein Thema! Na, vermisst noch jemand das labelige Krankenhaus Brot und Tee aus Deutschland? Oder die provisorische Banane auf dem Tablett…näääääh. Erwähnte ich das Papi auch mit essen konnte? Das waren auch die einzigen Kosten die auf uns zukam. Und die Rechnung war 19$ für alle beiden Tage!

Speaking off. Auch wenn wir hier nie was zahlen müssen, können wir immer sehen was welche Behandlung gekostet hat. So waren die kosten für meine Geburt bei 29.000$…und hier handelt es sich um eine „normale“ Geburt! Heftig oder?

Happy Camper- Up North

In unserem letzen Auswanderer Post berichtete ich ja über den Winter hier in Michigan sowie Flo seinen Ausflug in den Norden. Beiläufig erwähnte ich das wir ja im Sommer schon hier waren und ging nicht weiter darauf ein. Ein paar Tage später fiel mir dann voller schrecken auf, das ich überhaupt nie den Beitrag über unseren Camping Urlaub im Sommer veröffentlicht habe. Jap, das ist definitiv der Übelkeit und Schwangerschaftsdemenz zuzuschreiben. Den kurz vor unserem Urlaub erfuhr ich das ich schwanger bin und zu dieser Zeit hatte mich die Übelkeit schon fest im Griff. Doch absagen und alles stonieren wollte ich nicht! Ich hatte mich schon so darauf gefreut, endlich wieder camping und dann noch mit Emma. Also gaben wir der Sache einen Versuch.

Aber hey, heute ist schließlich throwback Thursday 😉 Und ein wenig Sommererinnerungen im Winter sind ja auch nicht so verkehrt! Hier folgt also nun mein Bericht zu unserem Sommer Camping Trip in den Norden Michigans:

Es gibt viele verschiedene Arten von Urlaubs Typen. Da hätten wir den All-Inklusiv Pina Colada schlürfer, den Wellness Typen, den abenteuerlustigen Backpacker oder die faule Poolratte. Wir sind eher so die Camping Guys, außerdem lieben wir es Städte und Länder auf eigene Faust zu entdecken. Das ist nicht immer die entspannteste Art von Urlaub, aber auf jeden fall erleben und sehen wir viel. So haben wir in der Vergangenheit unser Zelt schon in Amsterdam oder Saint Tropez aufgeschlagen.

Vorsorglich haben wir bei unserem Umzug nach Michigan unser Camping Zeugs aus Deutschland gleich mitgebracht. Schließlich gibt es hier in Michigan ja soviel zu entdecken und Emma soll gleich mal in das Campingleben eintauchen! Schnell stellen wir fest, dass die Amis echte Profis sind was das Thema Camping angeht- dagegen sehen die Holländer echt alt aus. Jedoch ist die bevorzugte Art des Campings hier nicht mit dem Zelt, sondern mit einem RV.

Und wir reden hier nicht von so einem schnöden 0815 Wohnwagen..neeeiiiiin! Wir reden hier von Häusern auf Rädern! Soviel Platz und Luxus habe ich nicht mal in meiner eigenen Wohnung hier. Standardmäßig im Inventar- der 68 Zoll Farbbildschirm, natürlich. Man(n) will ja auf nix verzichten im Urlaub. Auch im Standardprogramm- Der überdimensionale Kühlschrank mit Wasser und Eisspender sowie dem Freezer. Klar braucht man ja auch.

Wir auf der anderen Seite, sind da eher klassisch, rustikal unterwegs- mit dem Zelt. Wobei man sagen muss, dass wir in den letzten Jahren eine Menge Upgrade in unserer Ausstattung vorgenommen haben. So haben wir uns dieses Jahr ein neues Zelt zugelegt. Platz genug für zwei Queen Size Matratzen und ganz viel Baby Kram. Man wird ja auch älter und da ist die Möglichkeit sich im stehen im Zelt zu bewegen schon ganz nett….Außerdem kann sich unsere Camping Küchenausstattung mittlerweile echt sehen lassen. Dafür das wir ganz altmodisch mit Gas und draußen kochen! Trotzdem gibt es immer wieder hier und da eine neu Anschaffung, ein neues Gimmick was uns dem Clamping ein Stück näher bringt.

Hand aufs Herz. Auch wir haben mal auf die dunkle Seite der Macht gelinst und mit dem Gedanken gespielt unseren Camping Urlaub in so einen Fahrbaren Haus zu erleben. Schande über unser Haupt. Den das war unser ursprünglicher Plan für den ersten Sommer in Michigan. Leider erwies sich dies als ein sehr kostspieliges Unterfangen, so das wir schnell zu unseren Wurzeln zurück kehrten. Also begaben wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz, stolperten aber über das nächste Problem. Campingplätze an sich gibt es hier massig aber einen Platz zu finden, wo du auch dein Zelt aufschlagen darfst? Ist hier eher selten.

Nach langem suchen und fluchen, fanden wir dann aber einen schnuckeligen Platz in Cheboygan, direkt am Wasser. Von hier aus waren einige Ziele auf unserer Liste gut als Tagesziel zu erreichen. Leider war das Wetter nicht das beste, aber das gehört halt zum campen dazu, macht das ganze irgendwie romantischer. Überhaupt finde ich die Kombi aus Zelt-Regen-Taschenlampe-französiche Musik-Wein perfekt. Tja da ich aber schon mit Bohne schwanger war und mir eigentlich 98% der Zeit kotzübel, hatte sich das mit dem Wein für mich erledigt …

Falls jemand mal auf die Idee kommen sollte und einen netten kleinen Campingplatz mit Wasserzugang sucht, können wir diesen hier nur empfehlen: Waterwayscampground

Natürlich vergleicht man. So verglichen wir mit dem was wir auf unseren vergangenen Trips kennen gelernt hatten. Was uns aber in Erinnerung bleiben wird und uns am besten gefallen hat- Den unglaublichen Freiraum, Platz den wir hatten. The Land of the free…

Doch im Vorfeld hatten wir schon ein wenig bammel- so mit neuem Zelt, welches wir noch nie aufgebaut hatten oder mal aufgebaut gesehen hatten…  Mit den Maßen bewaffnet, rief ich also vorher an und fragte ob das überhaupt so passen würde. Von unseren vergangen Camping Trips in Deutschland oder auch oft auf anderen europäischen Plätzen, kannten wir nur diese Zeltplatz Wiesen. Wer zuerst kommt, baut zuerst. Da suchst du dir dann dein Plätzchen und nur nicht zuviel davon benutzen…kommen ja noch andere.

Der Betreiber des Platzes war ein typischer Ami. Total gelassen und wohl auch etwas irritiert über meine ganzen Frage(n). Sorry! But i am a german control freak 😉

So hatten wir also einen ganzen Abschnitt nur für uns. Außerdem hatte jede Parzelle einen eigenen Wasser und Strom Zugang. (Vorsicht-Insider…Ja hier gibt es Steckdosen im Boden!!!) Eine eigene Feuerstelle und Sitzgruppe befinden sich auf dem eigenen Platz. Echter Luxus für uns. Wie schon erwähnt hatten wir trotz Monster Familienzelt viel Platz.

Etwas fielen wir dann doch auf. Zum einen waren wir tagelang die einzigen mit Zelt und zum anderen hatten wir ein Baby mit uns. Ich wurde das ein oder andere mal in den Waschräumen angesprochen- „Ah ihr seit also die mit Baby“ well….Wie können wir nur campen mit Baby? Dieses Thema werde ich dann nochmal genauer..äh erläutern, auf dem Mutti Blog 😉

Ansonsten hatte der Campingplatz alles was wir brauchten. Einen Shop gab es hier allerdings nicht. Nur Holz und Eis konnte man an der Info kaufen. So mussten wir zum einkaufen immer mit dem Auto los. Was uns aber nicht störte. Man gewöhnt sich dran. Die Duschen und Toiletten waren immer tiptop sauber und vor allem umsonst. Das hast du auf vielen Plätzen in Deutschland oder Europa nicht. Im allgemein war das zelten hier für 30$ verhältnismäßig günstig. Hätten wir nun auch noch ein Boot, könnten wir dieses direkt hier am Campingplatz zu Wasser lassen.

In der Zeit wo wir hier wohnten, fand das jährliche Top O’ Michigan outboard boat race statt. Genau an diesem Tag hatten wir strahlenden Sonnenschein. Also machte ich es mir mit einen Buch schön gemütlich. Der Anblick dieser kleinen Boote, welche mit einer Höllen Geschwindigkeit da so über das Wasser flogen- ziemlich beeindruckend und atemberaubend.

Leider ging es mir zu dieser Zeit schon nicht sehr gut. Aber wir freuten uns so sehr auf diesen Urlaub, so das wir es trotzdem versuchen wollten. So machten wir leider weniger Ausflüge als geplant und das Wetter spielte auch nicht immer so mit. Doch ich denke wir machten das beste draus, so wie immer halt. Außerdem hatten wir ja eine Feuerstelle auf unserem Platz! Wie geil ist das den bitte? Klar das wir hier jeden Abend verbrachten und uns an S`more versuchten. Den obwohl es noch Sommer war, wurde es am Abend, bzw in der ziemlich (Arsch)kalt!

Und wenn wir nicht gerade die Zeit faul an oder in unserem super tollen neuen Zelt verbrachten (den zur Emma- bespaßung hatten wir einiges mitgenommen) machten wir doch den ein oder anderen Tagesausflug.

Unter anderem besuchten wir das naheliegende Mackinaw City. Viele kleine Läden sowie ein großes Michigan Outlet. Welches sich ganz anders zeigte wie erwartet. Unter dem Namen Michigan Outlet verbarg sich eine riesen Merchandising Fabrik. Shirts, Hoodies, Jogging Hosen…alles was ihr nicht braucht aber unbedingt wollt…soweit das Auge reicht. Tja hergestellt in China und verkauft von Russen. Ohne Witz! Da war kein einziger Amerikaner! Vor der Tür kamen wir dann mit einem älteren Herrn ins Gespräch- Vietnam Veteran. Er lies an diesem ganzen Konzept kein gutes Haar 😉

Überall wurde Werbung für DAS beste Fudge der Welt gemacht. Tja nun, dank besagter Übelkeit kostete ich nur mit den Augen. Zum Abschluss spazierten wir noch am Wasser entlang, mit wunderschönen Blick auf die Mackinac Bridge.

Aber mein absolutes Highlight vom ganzen Urlaub war der Ausflug nach UP. Unser Ziel- Pictured Rocks National Lakeshore. Sah auf der Karte nicht sooo weit weg aus. Aber in der Realität waren es 4 Stunden hin und 4 Stunden wieder zurück. Oh boy…das hat sich gezogen wie Kaugummi. Ich meine die Aussicht und Landschaft haben sich gelohnt. Danach waren wir alle fertig wie Schnitzel. Doch dieser eine Tag war so voller schöner Eindrücke das ich es nicht missen möchte. Das ganze ist ein Riesen Areal. Viel Wald und Natur. Größte Anlaufstelle sind natürlich die Pictures Rocks.

Wir fanden einen Waldweg, der uns zu einem riesigen Wasserfall führte. War doch ein kleiner marsch über Stock und Stein- wie es sich halt in den Staaten gehört, waren wir nur mit Flipflops unterwegs …dödüüm. Emma wurde kurzerhand auf Flo seinen Rücken geschnallt und genoß das schaukeln und die Aussicht.

Auf dem Rückweg machten wir noch halt am Strand. Schließlich hatte ich nun schon in jedem der Great Lakes meine Füße, außer in dem des Lake Superior (oberer See).

Auch wenn wir letztendlich dann doch ein paar Tage früher wieder Richtung Heimat fuhren, weil es mir so schlecht ging, war es ein toller Urlaub. Die Vorbereitungen waren umfangreicher als sonst, waren wir ja schließlich nicht mehr nur zu zweit. Gut das wir hier so ein Packwunder von Auto haben. Für Deutschland ist die Entscheidung für das neue Familien Auto definitiv dann schon mal auf einen Bus gefallen 🙂 Die Erfahrung, campen mit Baby hat uns wirklich gefallen. Aber wie gesagt, darauf werde ich dann noch mal in einem separaten Beitrag eingehen. Ich hoffe Ihr seit nun nach dem doch sehr langen Bericht nicht eingeschlafen.